Durch den Anstieg multiresistenter Erreger nimmt die Notwendigkeit der Isolierung von Patienten immer mehr zu. Allerdings werden in Neubauten derzeit wieder 3-Bett-Zimmer geschaffen, damit die Einzel- und Zweibettzimmer über die Privatkrankenkassen abgerechnet werden können. Dies ist eine unerträgliche Entwicklung, die bauliche Verhältnisse für Jahrzehnte zementiert.
Die Vorteile von Einzelzimmern sind wissenschaftlich bewiesen:
- Kürzerer Aufenthalt,
- weniger Medikationsfehler,
- keine Bettensperrungen bei Isolierpatienten in Zweibettzimmern und somit keine Einnahmeausfälle,
- weniger Krankenhausinfektionen,
- kein ständiges Umschieben wegen Geschlecht oder Isolierungsnotwendigkeit,
- Wahrung der Privatsphäre (auch mit Familie und Besuchern),
- bessere Kommunikation zwischen Patient und Personal,
- besserer Datenschutz im Arzt-Patient-Gespräch,
- eigener Sanitärbereich,
- weniger Störungen durch Lärm,
- besserer Schlaf,
- höhere Patientenzufriedenheit.
Diverse Literaturauswertungen zeigen sogar Kostenvorteile der Einrichtung von Einbettzimmern auf mittlere Sicht.
In einigen Ländern geben Bauvorschriften und Empfehlungen inzwischen bei Krankenhaus-Neubauten einen hohen Anteil von Einzelzimmern vor, so in USA, England und Kanada.
Bei Neubauten und Renovierungen sollte daher die Einzelzimmerquote deutlich erhöht werden.
W. Popp, K.-D. Zastrow
Inhalt übernommen von www.krankenhaushygiene.de/informationen/hygiene-tipp/hygienetipp-archiv/380 (Stand 17.10.2026).