Hitzeperioden, die nun auch bei uns auftreten, führen zu Problemen bei der Flächendesinfektion im Krankentransport und Rettungsdienst. Extrem hohe Temperaturen und starke Sonneneinstrahlung heizen die Oberflächen in den Rettungsfahrzeugen stark auf. Folge sind Temperaturen der Oberflächen im Patientenraum von bis zu 40 Grad, selbst wenn das Fahrzeug nur kurz im Freien steht.
Flächendesinfektionsmittel werden im Hinblick auf Wirksamkeit bei Raumtemperatur (max. 25°C) getestet. Bei einer Überschreitung der Oberflächentemperatur (> 30°C) ist die Wirksamkeit der Flächendesinfektionsmittel nicht mehr wissenschaftlich belegt und die Desinfektionswirkung nicht mehr gesichert. Möglicherweise „verdunsten“ die Mittel schneller oder es kommt zu schnelleren Zersetzungsprozessen. Folge können Desinfektionsmängel sein.
Unser Tipp:
- Fahrzeuge unmittelbar vor Desinfektionsmaßnahmen nicht in die pralle Sonne stellen, sondern in den Schatten (z.B. Fahrzeughalle).
- Fahrzeuge möglichst in einer Fahrzeughalle stationieren.
- Durch Nutzung der Klimaanlage Raumtemperatur reduzieren.
- Fensterrollos schließen, wenn vorhanden.
- Oberflächen zweimal wischen, dabei wird mit dem ersten Desinfektionsgang die Oberfläche leicht abgekühlt.
- Maximale Lagertemperatur vorgetränkter Desinfektionstücher bzw. Flächendesinfektionsmittel beachten.
Jörg Spors, Lutz Jatzwauk, Walter Popp, Wolfgang Kohnen
Der Kurztipp im Auftrag der DGKH gibt die Meinung der Autoren wieder.
Inhalt übernommen von www.krankenhaushygiene.de/informationen/hygiene-tipp/hygienetipp-archiv/726 (Stand 17.10.2026).